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Die Rechnung am Ende des Zyklus: Was eine Menstruationstasse wirklich an Müll vermeidet

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Die Rechnung am Ende des Zyklus: Was eine Menstruationstasse wirklich an Müll vermeidet

Wer zum ersten Mal eine Menstruationstasse in der Hand hält, fragt sich vielleicht: Kann dieses kleine Silikon-Ding wirklich etwas bewirken? Die kurze Antwort lautet: Ja – und zwar mehr, als man denkt. Die lange Antwort haben wir uns genauer angesehen, mit Zahlen statt Bauchgefühlen.

Erstmal Grundlagen: Was fließt bei Binden und Tampons so alles in den Müll?

Rechnen wir ganz nüchtern. Eine Person mit durchschnittlich starker Periode verbraucht laut aktuellen Studien und Verbraucherportalen etwa 10 bis 15 Tampons oder Binden pro Zyklus. Nehmen wir eine konservative Zahl von zwölf Produkten monatlich, ergeben sich:

Ein einzelner Tampon mit Applikator wiegt inklusive Verpackung grob 5 bis 8 Gramm. Das klingt nach wenig – summiert sich aber auf rund 10 bis 15 Kilogramm Abfall pro Jahrzehnt, und das nur bei einer Person. Hochgerechnet auf die Millionen Menstruierenden in Deutschland ergibt das einen fünfstelligen Betrag an Tonnen, der jährlich verbrannt oder deponiert wird. Dazu kommen Plastikfolien, Kartonverpackungen und bei Tampons ohne Applikator trotzdem die Kunststoffumhüllung der einzelnen Exemplare.

Und die Tasse selbst? Eine ehrliche Bilanz

Eine Menstruationstasse wiegt etwa 15 bis 30 Gramm und besteht überwiegend aus medizinischem Silikon. Klar: Auch ihre Herstellung verbraucht Energie und Ressourcen. Der entscheidende Punkt ist aber die Lebensdauer. Hersteller geben häufig zwei bis fünf Jahre an, viele Nutzerinnen berichten von deutlich längerer Nutzung – vorausgesetzt, das Material bleibt intakt und rissfrei.

Selbst bei vorsichtiger Kalkulation von nur fünf Jahren Nutzung schlägt die Tasse jeden Vergleich: Statt rund 720 Wegwerfprodukten entsteht Abfall im Bereich weniger Gramm. Studien zur Ökobilanz, etwa aus dem skandinavischen Raum, kommen zu dem Ergebnis, dass die Tasse den Umwelt-Fußabdruck von Tampons und Binden bereits nach wenigen Monaten unterbietet – danach schreibt sie den Herstellungsaufwand kontinuierlich gut.

Die kritischen Punkte: Nicht alles ist rosarot

Ein ehrlicher Test würde geschöntes Grün-Washing gar nicht erst durchgehen lassen. Diese Punkte solltest du kennen:

Das Auskochen. Vor der ersten Nutzung und idealerweise zwischen den Zyklen wird die Tasse in Wasser ausgekocht. Fünf Minuten auf dem Herd verbrauchen Energie – wobei der Aufwand überschaubar bleibt. Wer den Wasserkocher oder die Milch für den Kaffee ohnehin erhitzt, merkt den Unterschied im Stromverbrauch schlicht nicht.

Die Entsorgung. Medizinisches Silikon lässt sich nicht überall recyceln. Manche Kommunen führen es über den Restmüll, manche über Sonderabfall. Nachhaltiger Ansatz: Tassen nutzen, bis das Material wirklich ausgedient hat, statt sie beim nächsten Modell-Trend auszutauschen.

Die Anschaffung. Zwischen 20 und 40 Euro liegen je nach Modell. Das ist kein Zehn-Euro-Wurf – rechnet sich aber bereits im ersten Jahr, denn Tampons und Binden kosten über ein Jahrzehnt locker dreistellige Beträge.

Was passiert eigentlich mit Binden auf der Mülldeponie?

Ein Aspekt, der in der Diskussion oft unterschätzt wird: Binden und Tampons bestehen zu großen Teilen aus Kunstfasern und Zellstoff, die Jahrzehnte bis Jahrhunderte zum Zerfall brauchen. In Deutschland landen sie überwiegend in der Müllverbrennung – dort entstehen Emissionen. In vielen anderen Ländern enden sie auf Deponien oder, schlimmer noch, in Gewässern. Wer schon einmal vom "Tampon-Dilemma" in Abwasserkanälen gehört hat, weiß: Auch die Toilette ist keine Alternative, denn Abflusssiebe in Kläranlagen müssen regelmäßig von ausgewaschenen Wegwerfprodukten befreit werden.

Unser Fazit nach dem Nachrechnen

Die Ökobilanz der Menstruationstasse ist – selbst bei kritischer Betrachtung – klar besser als die aller Wegwerf-Alternativen. Sie ist kein Wundermittel gegen die Müllkrise, aber sie ist ein kleiner, sehr greifbarer Beitrag, den man jeden Monat aufs Neue leistet. Und das Beste: Der Umweltaspekt kommt hier kostenlos mit einem echten Praxisvorteil – der Tasse muss man morgens keine Gedanken mehr schenken.

Wenn du überlegst umzusteigen, lohnt sich ein Blick auf unseren Modellvergleich. Denn auch bei der Ökobilanz gilt: Die beste Tasse ist die, die du tatsächlich über Jahre nutzt.

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