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Die Tasse, die im Badezimmerschrank staubt: Zeit für einen Neuanfang

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Die Tasse, die im Badezimmerschrank staubt: Zeit für einen Neuanfang

Photo: menstrual cup bathroom shelf woman relaxed morning routine, via img.freepik.com

Kennst du das? Irgendwann letztes Jahr hast du dich überwunden, eine Menstruationstasse bestellt. Vielleicht sogar eine der Modelle aus unserem großen Vergleich. Sie kam an, du hast sie bewundert, zweimal versucht – und dann? Landete sie im Badezimmerschrank, zwischen altem Haargel und einem Fön, den du sowieso nie benutzt.

Wenn das so oder ähnlich bei dir aussieht: Willkommen im Club. Du bist keineswegs allein. In Foren, Kommentarspalten und unter Freundinnen hören wir immer wieder dieselbe Geschichte. Und die gute Nachricht ist: Fast immer liegt es nicht an dir, sondern an Kleinigkeiten, die sich mit ein paar Anpassungen lösen lassen.

Warum so viele den ersten Versuch abbrechen

Wir haben die häufigsten Gründe gesammelt, warum die Tasse nach kurzer Zeit wieder verschwindet:

Die Saugkraft fühlt sich unangenehm an. Viele berichten von einem Ziehen oder Druckgefühl, das sie erschreckt hat. Oft steckt dahinter keine falsche Tasse, sondern eine falsche Position – die Tasse sitzt nicht komplett unterhalb des Muttermunds oder hat sich nicht vollständig entfaltet.

Das Einführen klappt nicht. Die Tasse rutscht weg, entfaltet sich nicht, lässt sich schwer positionieren. Besonders am ersten Tag der Periode, wenn alles ohnehin empfindlich ist, kann das frustrierend sein.

Die Angst vor dem Herausnehmen. Klassiker. Wer einmal gehört hat, dass eine Tasse 'festsaugt', bekommt beim Gedanken ans Entfernen kalte Füße. Dabei reicht es, das Vakuum bewusst zu lösen – etwa durch Zusammendrücken der Tassenbasis.

Unsicherheit über Leckagen. Manche spüren nicht, ob die Tasse richtig sitzt, und trauen ihr nicht. Das Vertrauen fehlt – und ohne Vertrauen keine Entspannung.

Der soziale Faktor. Wer in der WG, beim Sport oder auf der Arbeit niemanden kennt, der ebenfalls eine Tasse nutzt, fühlt sich schnell mit seinen Fragen allein gelassen.

All das sind echte Hürden. Aber keiner davon ist ein Grund, dauerhaft aufzugeben.

Der 'Zweiter Versuch'-Plan: So gelingt der Neustart

Wenn du deine Tasse wieder aus dem Schrank holst, dann am besten mit einem klaren Vorgehen statt mit vagen Vorsätzen. Hier unser Vorschlag:

1. Wähle den richtigen Zeitpunkt

Starte nicht am stärksten Blutungstag, sondern an Tag zwei oder drei – oder sogar zwischen den Perioden, nur zum Üben. Mit einem Tropfen Öl oder einfach unter der Dusche wird das Einführen deutlich entspannter, ohne dass es um 'richtig oder falsch' geht.

2. Überprüfe die Grundlagen

Bevor du die Tasse einführst: Hände waschen, Tasse prüfen (rissig? verfärbt? dann lieber ersetzen), Falte wählen. Der C-Fold ist der Klassiker, aber der Punchdown-Fold – bei dem du eine Spitze der Tasse nach innen drückst – macht die Tasse oft spürbar schmaler und leichter einzuführen. Probiere beide aus.

3. Position vor Perfektion

Die Tasse muss nicht 'irgendwo oben' verschwinden. Sie sitzt richtig, wenn sie komplett unterhalb des Muttermunds liegt und du ihren Rand noch mit den Fingern erreichen kannst. Wer die Tasse zu tief hineinschiebt, macht sich das Herausnehmen unnötig schwer.

4. Entfaltung prüfen – mit einer einfachen Technik

Nach dem Einführen die Tassenbasis vorsichtig drehen oder am Rand einen 'Sweep' machen: mit dem Finger einmal um die Basis fahren und prüfen, ob sie rund ist. Ein leises 'Plopp' oder Poppen beim Drehen ist ein gutes Zeichen dafür, dass das Vakuum sitzt.

5. Für die Angst vor dem Herausnehmen

Merke dir einen Satz: Die Tasse kann nicht 'irgendwohin'. Der Beckenboden hält sie an Ort und Stelle. Drücke beim Entfernen leicht mit der Beckenbodenmuskulatur mit – als würdest du ein Lächeln nach unten schicken –, drücke die Basis zusammen, und sie gleitet heraus. Üben kannst du das auch außerhalb der Periode.

6. Plane eine Rückfalloption ein

Das klingt vielleicht widersprüchlich, hilft aber enorm: Lege für die ersten Zyklen eine Backup-Lösung bereit, etwa eine Slipeinlage. Das nimmt den Erfolgsdruck raus. Wer weiß, dass 'Notfalls' nichts schiefgehen kann, entspannt sich – und entspannte Muskulatur ist der wichtigste Faktor beim Umgang mit der Tasse.

Wenn es wirklich an der Tasse liegt

Manchmal passt das Modell schlicht nicht. Zu steif, zu groß, zu lang, zu weich – die Auswahl am Markt ist riesig, und die Unterschiede sind real. Ein paar Anhaltspunkte:

In unserem ausführlichen Vergleich haben wir sieben Modelle genau unter die Lupe genommen – von weichen Einsteiger-Tassen bis zu Varianten für erfahrene Nutzerinnen. Es lohnt sich, dort nachzulesen, bevor du ein zweites Modell bestellst.

Ein Gedanke zum Schluss: Die Lernkurve ist normal

Die meisten Frauen, die heute begeisterte Tassen-Nutzerinnen sind, haben nicht beim ersten Versuch 'Aha' gesagt. Viele brauchten zwei, drei Zyklen, bis alles wie selbstverständlich lief. Das ist keine Schwäche, sondern einfach Übungssache – vergleichbar mit Kontaktlinsen oder Fahrradfahren.

Deine Tasse im Schrank ist also keine gescheiterte Investition. Sie ist ein Werkzeug, das auf seinen zweiten Versuch wartet. Hol sie raus, wasch sie ab, und nimm dir einen entspannten Abend. Vielleicht mit einer Tasse Tee daneben – die andere Art von Tasse, aber auch nicht schlecht.

Und falls du beim zweiten Anlauf Fragen hast: Genau dafür sind wir da. In unseren Praxis-Tests und Ratgebern findest du zu fast jedem Problem eine Antwort von Frauen, die dieselben Hürden schon überwunden haben.

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